Cum-Cum Geschäfte erklärt

Steuerglossar

In diesem Glossar-Eintrag erklären wir, was Cum-Cum Geschäfte sind, wie die Verkäufe ablaufen und warum es zu Steuervorteilen kommt.

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Cum-Cum Geschäft

Das Wichtigste in Kürze

Cum-Cum Geschäfte sind ein Beispiel für komplexe Finanztransaktionen, um Steuerverpflichtungen zu reduzieren. Während sie technisch gesehen oft legal sind, werden sie regelmäßig als aggressive Steuervermeidung angesehen. Regulatorische Maßnahmen zielen darauf ab, diese Praxis einzudämmen und sicherzustellen, dass Steuern gerecht und im Einklang mit dem wirtschaftlichen Eigentum erhoben werden.


Was ist ein Cum-Cum Geschäft?

Cum-Cum Geschäfte sind komplexe Aktiengeschäfte. Sie zielen darauf ab, die Steuerlast durch die Nutzung von Dividendenauszahlungen zu minimieren. Im Kern handelt es sich bei Cum-Cum Geschäften um Transaktionen, bei denen ausländischen und inländischen Investoren inländische Aktien rund um den Dividendenstichtag handeln. Dadurch wollen sie Kapitalertragsteuern vermeiden oder reduzieren.

Cum-Cum Geschäfte funktionieren dabei wie folgt:

  1. Ausgangslage: Ein ausländischer Investor besitzt Aktien eines deutschen Unternehmens. Wenn das Unternehmen Dividenden ausschüttet, unterliegen diese Dividenden in Deutschland einer Kapitalertragsteuer. Der ausländische Investor kann diese Steuer möglicherweise nicht vollständig zurückfordern.
  2. Temporärer Verkauf: Um die Steuerlast zu minimieren, verkauft der ausländische Investor die Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag an einen inländischen Investor (oft eine Bank oder ein Finanzinstitut). Diese Transaktion erfolgt „cum Dividende“, also inklusive des Dividendenanspruchs.
  3. Dividendenausschüttung: Der inländische Investor erhält die Dividende und kann die darauf erhobene Kapitalertragsteuer entweder vollständig oder teilweise anrechnen oder zurückfordern, je nach den geltenden Steuergesetzen.
  4. Rückkauf: Nach dem Dividendenstichtag kauft der ausländische Investor die Aktien „ex Dividende“ (ohne Dividendenanspruch) vom inländischen Investor zurück. Der Rückkaufpreis ist in der Regel niedriger. Grund dafür ist, dass die Aktien nun ohne den Anspruch auf die kürzlich ausgezahlte Dividende gehandelt werden. Dann ist das Cum-Cum Geschäft abgeschlossen.
  5. Steuervorteil: Durch diese Transaktionen reduziert sich die effektive Steuerlast. Die inländische Partei kann die Dividendensteueranrechnung nutzen, die dem ausländischen Investor nicht in vollem Umfang zur Verfügung steht.

Cum-Cum Geschäfte bewegen sich oft in einer rechtlichen Grauzone. Deutsche Steuerbehörden und Gesetzgeber haben Maßnahmen ergriffen, um diese Geschäfte einzudämmen. Beispielsweise wurden die Anforderungen an die Mindesthaltefrist und die tatsächliche wirtschaftliche Eigentümerschaft verschärft, um sicherzustellen, dass Steueranrechnungen nur in legitimen Fällen erfolgen.

Cum-Cum-Geschäfte haben erhebliche finanzielle Auswirkungen auf die Staatseinnahmen, da sie die effektive Steuerlast großer ausländischer Investoren verringern. Dies führt zu einem Verlust von Steuereinnahmen. Die Praxis hat daher sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Politik Kritik hervorgerufen und verstärkte regulatorische Maßnahmen ausgelöst.

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