Entnahme erklärt

Steuerglossar

In diesem Glossar-Eintrag erklären wir, was eine Entnahme ist, wie sie steuerlich zu bewerten ist und warum es sie gibt.

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Entnahme

Das Wichtigste in Kürze

Zusammenfassend ist die Entnahme ein wichtiger Aspekt im Steuerrecht, der eine gerechte und korrekte Besteuerung von Unternehmern sicherstellt, indem private Nutzungen von Betriebsvermögen steuerlich erfasst werden. Es sind nämlich Vorgänge, bei denen Unternehmer Vermögenswerte des Betriebsvermögens entnehmen, um sie für private Zwecke des Unternehmers oder für andere, nicht unternehmerische Aktivitäten zu verwenden.


Was ist eine Entnahme?

Der Begriff der „Entnahme“ spielt eine wesentliche Rolle im Steuerrecht, insbesondere im Bereich der Einkommensteuer und der Umsatzsteuer. Er bezieht sich auf die Nutzung von Wirtschaftsgütern, die eigentlich dem Betriebsvermögen eines Unternehmens zugeordnet sind, für private Zwecke des Unternehmers oder für andere nicht betriebliche Zwecke. Dies kann die Nutzung von Betriebsfahrzeugen für private Fahrten oder die private Nutzung von Betriebseigentum wie Immobilien umfassen.

Im Bereich der Einkommensteuer führen Entnahmen zu einer Gewinnerhöhung (§ 4 Absatz 1 Satz 2 EStG). Der Untenehmer benutzt die entnommenen Gegenstände oder Leistungen nicht mehr für betriebliche Zwecke. Daher muss der Wert der Entnahme als Einnahme in die Gewinnermittlung einfließen. Der Wert der entnommenen Gegenstände oder Dienstleistungen ist dabei zum Teilwert anzusetzen. Falls dieser jedoch nicht feststellbar ist, gilt der Anschaffungs– oder Herstellungswert.

Für Umsatzsteuerzwecke werden Entnahmen demgegenüber ähnlich wie normale Verkäufe behandelt. Der Unternehmer muss daher, so als hätte er sie an einen Dritten verkauft, Umsatzsteuer auf den Wert der entnommenen Gegenstände oder Dienstleistungen abführen. Dies verhindert eine umsatzsteuerliche Bevorzugung der privaten Nutzung von Betriebsvermögen.

Die Bewertung der Entnahme ist oft komplex. Oft hängt sie von der Art des entnommenen Gutes oder der Dienstleistung ab. Waren und materielle Güter werden in der Regel zum Teilwert oder zum Einkaufspreis bewertet. Dienstleistungen oder die Nutzung von Betriebseigentum werden oft auf Basis der Selbstkosten oder durch eine Schätzung bewertet. Es gibt Sonderregelungen und Grenzen für bestimmte Arten von Entnahmen. So können beispielsweise für geringwertige Wirtschaftsgüter oder bei der Nutzung von Firmenwagen für private Zwecke spezielle Pauschalwerte oder Bewertungsmethoden zur Anwendung kommen.

Entnahmen sind ordnungsgemäß zu dokumentieren und in der Buchführung zu erfassen. Dies dient der Transparenz und der Nachvollziehbarkeit für steuerliche Zwecke. Die Dokumentation sollte Informationen über den Zeitpunkt der Entnahme, den entnommenen Gegenstand oder die Dienstleistung und die Bewertungsgrundlage enthalten. Für Unternehmen hat die korrekte Erfassung und Bewertung von Entnahmen eine hohe Bedeutung, da Fehler zu steuerlichen Nachteilen oder zu Konflikten mit den Finanzbehörden führen können.

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